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Samstag, 4. Februar 2012
Abteilungen Frauenheilkunde / Brustzentrum / Gyn. Krebszentrum
Urogynäkologie

Einleitung

Harninkontinenz, ungewollter Harnabgang oder Blasenschwäche betrifft mindestens 10 – 20% aller Frauen. Viele Frauen behelfen sich mit Einlagen und dem Vermeiden belastender Situationen. Dies führt nicht selten zu sozialer Isolation bishin zu Depressionen.

Bei Harninkontinenz unterscheidet man verschiedene Formen:

die Streßinkontinenz oder Belastungsinkontinenz, die Drang- oder Urgeinkontinenz, die Überlaufinkontinenz und die sogenannte extraurethrale Inkontinenz (z. B. bei angeborener Mißbildung oder Fistelbildung). Es ist wichtig die verschiedenen Formen zu unterscheiden um zu einer gezielten und erfolgreichen Therapie zu kommen.

Diagnostik der Harninkontinenz

Die Krankengeschichte, gynäkologische Untersuchung, die Harnuntersuchung, Blasenspiegelung, urodynamische Meßung und der Ultraschall im Blasenhalsbereich geben Aufschluß über anatomische Störungen und richtungsweisende Befunde für den konservativen oder operativen Therapieansatz.

Der konservative Therapieansatz nutzt vorhandene Fähigkeiten der Patientin. Klassische Technik ist die sogenannte Beckenbodengymnastik, vorzugsweise auch die biofeedback-Methode, also durch einen Mechanismus zur Eigenkontrolle das Training spezifischer Muskelgruppen zu verbessern. Auch die Elektrostimulation kann spezifische Muskelgruppen direkt anregen und durch ein Auftrainieren Inkontinenz mildern. Sehr wichtig ist auch ein Blasentraining, worunter vorallem intensive Aufklärung zum richtigen Entleeren, Selbstkontrolle und Eigenstimulation der Blase zu verstehen ist.

Zur medikamentösen Therapie stehen unterschiedliche Pharmaka, die die Reizblase dämpfen können, zur Verfügung. Neuerdings verwendet man Botulismus-Toxin in direkter Injektion in die Blasenmuskulatur zur Behebung besonderer Formen der Dranginkontinenz. Sehr wichtig und auch als Vorbereitung für eine Operation dringend erforderlich ist die Hormontherapie mit Steroid-Hormonen (lokale Östrogentherapie) zu nennen. Durch den Einsatz von Östrogenen wird die Durchblutung im gesamten Urogenitaltrakt verbessert und der Harnröhrenverschlußdruck erhöht.

Operative Therapie der Harninkontinenz

Über 200 Operationsverfahren sind bisher beschrieben. In den letzten Jahren setzen sich zunehmend minimalinvasive Verfahren auch in der Urogynäkologie durch. Vorzugsweise zu nennen sind spannungsfreie Bandeinlagen unter Verwendung eines aus der Bruch-Chirurgie bekannten Kunststoffmaterials, dessen Verträglichkeit in millionenfacher Anwendung bewiesen wurde. Diese sogenannten spannungsfreien Scheidenbänder (TVT, IVS) werden in Lokalanästhesie eingelegt. Heilungsraten von bis zu 90% nach 5 Jahren sind beschrieben und nachvollziehbar.

Eine besonders schwierig zu behandelnde und problematische Klientel stellen Patientinnen dar, die nach Voroperationen erneut inkontinent wurden oder zusätzliche Probleme entwickeln. Hier ist gelegentlich ein mehrstufiges operatives Konzept erforderlich, um zur kontinenten Harnableitung zu gelangen. Die sorgfältige operative Korrektur der Anatomie unter begleitendem Training vorhandener neuromuskulärer Einheiten gewährleistet auch in schwierigen Situationen nachhaltige Erfolge. Hierin liegt ein besonderer Schwerpunkt des Zentrums für Urogynäkologie und rekonstruktive Beckenboden-Chirurgie der Frauenklinik.

STAUFERKLINIKUM
Wetzgauer Straße 85
73557 Mutlangen

Chefarzt:
Dr. med. Erik Schlicht
Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe

Oberärztin:
Kirsten Endriß
Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe

Sekretariat:
Renate Maier

Telefon:
07171 / 701 - 1802

Telefax:
07171 / 701 - 1809

E-Mail:
erik.schlicht@stauferklinikum.de